Blog

Website wird bei Google nicht gefunden: 7 Gründe

Von Simon Haenel ·

Sie geben bei Google Ihren Firmennamen ein – und finden nichts. Oder Sie suchen «Maler» und Ihren Ort, und es erscheinen nur die Mitbewerber. Das ist frustrierend, aber kein Grund zur Panik: In den meisten Fällen steckt eine von sieben Ursachen dahinter, und fast alle lassen sich beheben. Dieser Beitrag zeigt die sieben häufigsten Gründe – in der Reihenfolge, in der Sie sie prüfen sollten. Zu jedem gibt es einen einfachen Selbst-Check ohne Vorwissen. Dazu erkläre ich die häufigsten Fehlermeldungen aus der Google Search Console – denn die klingen oft dramatischer, als sie sind.

Vorab: Warum Sie sich selbst finden, Ihre Kunden aber nicht

Ein Effekt sorgt immer wieder für Verwirrung: Sie suchen Ihren Betrieb und finden ihn problemlos – Ihre Kunden aber nicht. Der Grund: Google zeigt nicht allen Menschen dasselbe. Wer die eigene Website regelmässig besucht, bekommt sie von Google weiter oben angezeigt, weil Google sich merkt, welche Seiten man kennt und mag. Dazu kommt der Standort: Jemand, der zwei Dörfer weiter sucht, sieht eine andere Karte und teils andere Ergebnisse als Sie an Ihrem Firmensitz. Ihr eigener Eindruck täuscht also in beide Richtungen – er kann zu rosig sein, aber auch zu düster.

Selbst-Check: Öffnen Sie ein privates Browserfenster (auch «Inkognito-Fenster» genannt, zu finden im Menü Ihres Browsers) und suchen Sie dort noch einmal. So sehen Sie ein Ergebnis, das weniger von Ihren eigenen Gewohnheiten gefärbt ist. Noch besser: Bitten Sie eine Bekannte oder einen Bekannten aus Ihrem Einzugsgebiet, die Suche vom eigenen Handy aus zu machen – das kommt der Sicht Ihrer Kunden am nächsten.

1. Ihre Website ist gar nicht im Google-Index

Der Index ist das Verzeichnis aller Seiten, die Google kennt. Was dort nicht drinsteht, kann niemand über Google finden – egal, wie schön die Website ist.

Selbst-Check: Tippen Sie bei Google ins Suchfeld: site:ihrefirma.ch – also das Wort «site», ein Doppelpunkt und direkt dahinter Ihre Webadresse, ohne Leerschlag. Erscheinen Ihre Seiten in der Liste? Dann kennt Google Ihre Website. Erscheint nichts, ist sie nicht im Index.

Was tun: Melden Sie Ihre Website in der Google Search Console an (ein kostenloses Werkzeug von Google, das zeigt, wie Google Ihre Seiten sieht). Dort können Sie die Aufnahme direkt beantragen. Oft blockiert auch eine vergessene Einstellung die Aufnahme – etwa ein Häkchen wie «Suchmaschinen blockieren» aus der Bauphase. Fragen Sie die Person, die Ihre Website erstellt hat.

2. Ihre Website ist zu neu

Google nimmt neue Websites nicht sofort auf. Bis eine Seite im Index landet, dauert es oft Tage bis Wochen. Bis sie bei umkämpften Suchbegriffen vorne mitspielt, meist mehrere Monate.

Selbst-Check: Ist Ihre Website jünger als drei Monate, und zeigt die site:-Abfrage aus Punkt 1 bereits Ergebnisse? Dann ist technisch alles in Ordnung – es braucht schlicht Geduld.

Was tun: Beschleunigen können Sie es trotzdem: Search Console einrichten und dafür sorgen, dass andere Seiten auf Sie verlinken – zum Beispiel Branchenverzeichnisse, Ihr Berufsverband oder Lieferanten.

Fehlermeldungen in der Search Console verstehen

Sobald Ihre Website in der Search Console angemeldet ist, schickt Google Ihnen von Zeit zu Zeit E-Mails mit Meldungen, die alarmierend klingen. Die gute Nachricht: Die wenigsten davon sind ein Notfall. Ein Begriff vorab: Die Sitemap ist das Inhaltsverzeichnis Ihrer Website – eine kleine Datei, die Google auflistet, welche Seiten es bei Ihnen gibt. Die meisten Website-Systeme erstellen sie automatisch. Hier die vier häufigsten Meldungen, was sie bedeuten und wann Sie wirklich handeln müssen.

«Sitemap konnte nicht abgerufen werden»

Google hat versucht, Ihr Inhaltsverzeichnis zu laden, aber unter der angegebenen Adresse nichts gefunden. Häufigste Ursachen: ein Tippfehler beim Eintragen, oder die Datei liegt unter einer leicht anderen Adresse (zum Beispiel /sitemap_index.xml statt /sitemap.xml). Ein Sonderfall macht die Meldung besonders verwirrend: Direkt nach dem erstmaligen Einreichen zeigt Google sie oft an, obwohl alles korrekt ist – schlicht, weil die Datei noch nicht abgeholt wurde. Prüfen Sie darum zuerst selbst: Tippen Sie die Sitemap-Adresse in Ihren Browser. Erscheint eine Liste Ihrer Seitenadressen (der Text sieht technisch aus, das ist normal), stimmt die Adresse – dann heisst es abwarten, die Meldung verschwindet meist innert Tagen von selbst. Erscheint eine Fehlerseite, ist die Adresse falsch: korrigieren oder die Person fragen, die Ihre Website betreut.

«Sitemap konnte nicht gelesen werden»

Hier hat Google die Datei zwar gefunden, kann sie aber nicht verarbeiten – sie ist beschädigt, leer oder im falschen Format. Das ist praktisch immer ein technisches Problem des Website-Systems, nicht Ihr Fehler. Handeln: ja, aber nicht selbst basteln. Geben Sie die Meldung an die Person weiter, die Ihre Website betreut; meist ist das Problem mit einer neu erzeugten Sitemap rasch behoben. Zur Beruhigung: Ihre Website fliegt deswegen nicht aus Google. Die Sitemap ist eine Hilfe für Google, keine Bedingung – Seiten, die Google bereits kennt, bleiben auffindbar.

«Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert»

«Gecrawlt» heisst: Ein Google-Programm hat die Seite besucht. Die Meldung bedeutet also: Google kennt die Seite, hat sie angeschaut – und sich entschieden, sie vorerst nicht ins Verzeichnis aufzunehmen. Das ist keine technische Panne, sondern eine Qualitätsentscheidung. Betrifft es Nebenseiten – etwa Archivseiten, Schlagwort-Sammlungen oder Seiten mit drei Zeilen Text – müssen Sie nichts unternehmen; solche Einträge hat praktisch jede Website. Handeln sollten Sie, wenn Ihre wichtigen Leistungsseiten in dieser Liste stehen: Dann ist der Inhalt in Googles Augen zu dünn oder zu ähnlich wie andere Seiten. Die Lösung ist mehr Substanz – echte Kundenfragen beantworten statt drei Werbesätze (mehr dazu in Punkt 5 weiter unten).

«Gefunden – zurzeit nicht indexiert»

Der Unterschied zur vorigen Meldung ist fein, aber wichtig: Hier kennt Google die Adresse zwar (etwa aus Ihrer Sitemap), hat die Seite aber noch gar nicht besucht. Das ist bei neuen Websites völlig normal – Google arbeitet seine Warteliste im eigenen Tempo ab, und neue oder kleine Websites stehen darin weiter hinten. Abwarten ist hier fast immer richtig. Erst wenn wichtige Seiten nach zwei, drei Monaten immer noch in dieser Liste stehen, lohnt sich ein genauerer Blick: Verlinken Sie diese Seiten prominenter, zum Beispiel direkt von der Startseite aus, und prüfen Sie, ob der Inhalt einen echten Mehrwert bietet.

Die Faustregel für alle Meldungen: Betrifft eine Meldung Ihre Startseite oder Ihre wichtigsten Leistungsseiten und bleibt sie länger als ein paar Wochen bestehen, sollten Sie handeln. Einzelne unwichtige Seiten in diesen Listen sind dagegen normal – einen Bericht ganz ohne Meldungen gibt es praktisch bei keiner Website. Lassen Sie sich von der Alarmstimmung der E-Mails nicht verrückt machen.

3. Kein oder ungepflegter Google-Eintrag

Bei Suchen wie «Sanitär Aarau» zeigt Google zuerst eine Karte mit drei Betrieben – noch vor den normalen Ergebnissen. 46 Prozent aller Google-Suchen haben laut Google einen lokalen Bezug, und die drei Betriebe in der Karte holen rund 44 Prozent der Klicks. Wer dort fehlt, verliert viele Interessenten, bevor die Website überhaupt ins Spiel kommt.

Selbst-Check: Suchen Sie Ihren Firmennamen auf Google Maps. Gibt es einen Eintrag? Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummer und Adresse? Gibt es aktuelle Fotos und Bewertungen?

Was tun: Übernehmen Sie Ihren Google-Eintrag (offiziell «Google Business Profil», Ihr kostenloser Firmeneintrag bei Google und Maps). Wählen Sie die passende Kategorie, laden Sie echte Fotos von Baustellen und Team hoch und bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung. Was ein vollständig gepflegter Eintrag alles umfasst, lesen Sie auf meiner Seite zum Google-Eintrag.

4. Zu langsam oder nicht handytauglich

Die meisten Ihrer Kunden suchen mit dem Handy. Google bewertet Websites deshalb in erster Linie in der Handy-Version. Eine Seite, die langsam lädt oder auf dem kleinen Bildschirm auseinanderfällt, wird schlechter platziert.

Selbst-Check: Öffnen Sie Ihre Website auf dem Handy – am besten unterwegs im Mobilfunknetz, nicht im WLAN. Lädt sie spürbar länger als drei Sekunden? Müssen Sie zoomen, um Text zu lesen? Lässt sich die Telefonnummer nicht antippen? Dann haben Sie das Problem gefunden.

Was tun: Oft helfen schon verkleinerte Bilder. Bei alten Websites lohnt sich Flickwerk aber selten. Zur Einordnung: Eine solide kleine Firmenwebsite kostet in der Schweiz marktüblich zwischen CHF 1’500 und CHF 7’000. Baukasten-Angebote für CHF 599 bis CHF 990 wirken verlockend – sind aber häufig genau die Seiten, die zu langsam sind und darum nicht gefunden werden. Eine ausführliche Aufschlüsselung der Preise und woran Sie seriöse Offerten erkennen, finden Sie im Beitrag Was kostet eine Website in der Schweiz?

5. Ihre Texte beantworten keine Suchanfragen

Google zeigt Seiten, die eine Suchanfrage beantworten. Viele Handwerker-Websites sagen aber nur «Herzlich willkommen» und «Qualität seit 1995». Nirgends steht, wonach Kunden tatsächlich suchen: «Parkett schleifen», «Boiler ersetzen», «Fassade streichen». Oder es stehen Fachwörter da, die kein Kunde eintippt – «Gebäudehülle» statt «Fassade».

Selbst-Check: Notieren Sie Ihre drei wichtigsten Leistungen – mit den Worten, die Kunden am Telefon benutzen. Suchen Sie bei Google nach jeder Leistung plus Ihrem Ort. Erscheinen Sie? Und: Kommen diese Wörter auf Ihrer Website überhaupt vor?

Was tun: Erstellen Sie für jede wichtige Leistung eine eigene Unterseite und beantworten Sie dort die typischen Kundenfragen: Was kostet es ungefähr? Wie läuft es ab? Wie lange dauert es? Das hilft doppelt – auch KI-Chatbots wie ChatGPT (76 Prozent der Schweizer Bevölkerung nutzen solche Programme bereits) empfehlen bevorzugt Betriebe, deren Seiten Fragen klar beantworten. Wie ich solche Seiten aufbaue und laufend verbessere, steht auf meiner Seite Website für Google optimieren.

6. Fehlende lokale Signale

Google muss wissen, wo Sie arbeiten. Steht auf Ihrer Website kein Ort, kann Google Sie keiner Region zuordnen – und zeigt Sie bei «Elektriker Winterthur» nicht an, selbst wenn Sie dort seit zwanzig Jahren tätig sind.

Selbst-Check: Kommt Ihr Standort im Text Ihrer Website vor – nicht nur im Impressum? Steht die vollständige Adresse auf jeder Seite, etwa in der Fusszeile? Ist Ihr Einsatzgebiet genannt?

Was tun: Nennen Sie Ort und Einzugsgebiet in normalen Sätzen: «Malerarbeiten in Winterthur und Umgebung». Achten Sie darauf, dass Firmenname, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind – auf der Website, im Google-Eintrag und in Verzeichnissen wie local.ch.

7. Die Konkurrenz ist schlicht besser aufgestellt

Manchmal ist bei Ihnen alles korrekt – aber die Mitbewerber machen einfach mehr: mehr Bewertungen, mehr Inhalt, schnellere Website, Online-Terminbuchung.

Selbst-Check: Suchen Sie Ihre wichtigste Leistung plus Ort und schauen Sie sich die ersten drei Betriebe an. Wie viele Google-Bewertungen haben sie? Welche Unterseiten? Kann man online einen Termin anfragen? Vergleichen Sie ehrlich mit Ihrem Auftritt.

Was tun: Holen Sie den Rückstand Punkt für Punkt auf. Besonders lohnend: die Online-Terminanfrage. Laut der Studie «KMU Digital Pulse 2025» von localsearch und der Hochschule Luzern möchten 77 Prozent der Schweizer Bevölkerung Termine online buchen – aber nur 3 Prozent der KMU bieten das an. Wer hier vorangeht, hebt sich mit wenig Aufwand ab. Und beim Thema Bewertungen: Wie Sie zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten, ohne aufdringlich zu wirken, zeigt der Beitrag Google-Bewertungen bekommen als Handwerker.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis meine Website bei Google erscheint?

Bis neue Seiten im Google-Index auftauchen, dauert es meist einige Tage bis Wochen. Vordere Plätze bei umkämpften Suchbegriffen brauchen deutlich länger – rechnen Sie mit mehreren Monaten. Die Search Console beschleunigt die Aufnahme in den Index, nicht aber die Platzierung: Die hängt davon ab, wie gut Ihre Seiten Suchanfragen beantworten.

Kostet es etwas, bei Google gefunden zu werden?

Nein. Den Platz in den normalen Suchergebnissen und auf der Karte kann man nicht kaufen – er wird durch die Qualität von Website und Google-Eintrag bestimmt. Davon zu unterscheiden ist Google-Werbung: Diese Anzeigen sind mit «Gesponsert» gekennzeichnet und wirken nur, solange Sie dafür bezahlen. Eine gut gemachte Website arbeitet dagegen dauerhaft für Sie.

Muss ich auf jede Meldung der Search Console reagieren?

Nein. Viele Meldungen betreffen unwichtige Seiten oder erledigen sich von selbst – etwa «Gefunden – zurzeit nicht indexiert» bei einer neuen Website. Handeln sollten Sie, wenn Ihre Startseite oder wichtige Leistungsseiten betroffen sind und die Meldung über mehrere Wochen bestehen bleibt. Die Erklärungen zu den vier häufigsten Meldungen finden Sie weiter oben in diesem Beitrag.

Warum erscheint mein Mitbewerber vor mir, obwohl meine Arbeit besser ist?

Google kann die Qualität Ihrer Arbeit nicht beurteilen – nur das, was online sichtbar ist: Bewertungen, Inhalte auf der Website, ein gepflegter Google-Eintrag, die Nennung Ihres Einzugsgebiets. Wer handwerklich schlechter, aber online präsenter ist, gewinnt deshalb oft die Anfrage. Die gute Nachricht: Genau das lässt sich mit den sieben Punkten aus diesem Beitrag Schritt für Schritt aufholen.

Reicht ein Google-Eintrag, oder brauche ich zusätzlich eine Website?

Der Google-Eintrag bringt Sie auf die Karte – das ist der wichtigste erste Schritt. Aber viele Interessenten klicken danach auf die Website, um Fragen zu klären und sich ein Bild vom Betrieb zu machen. Fehlt sie oder wirkt sie veraltet, springen sie zum nächsten Betrieb. Die beste Wirkung entsteht im Zusammenspiel: Eintrag, Website und Bewertungen stützen sich gegenseitig.

Der nächste Schritt

Gehen Sie die sieben Checks der Reihe nach durch – die meisten dauern keine fünf Minuten. Oft zeigt sich schnell, wo es klemmt. Und falls Sie unsicher sind oder schlicht keine Zeit haben: Ich schaue mir Ihre Situation gerne in einem kostenlosen Erstgespräch an. Sie erfahren ohne Verpflichtung, welche der sieben Punkte bei Ihrem Betrieb zutreffen – und welche Massnahmen sich wirklich lohnen.

Lieber eine Antwort für Ihren konkreten Betrieb?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir Ihre Situation gemeinsam an – Google-Eintrag, Website, Konkurrenz. Ehrlich und ohne Verpflichtung.