Wenn SEO-Agenturen versagen: Eine dokumentierte Analyse mit echten Daten
Die Qualitaetsprobleme im SEO-Markt sind so verbreitet, dass der BVDW einen eigenen SEO Code of Conduct mit Beschwerdegremium einrichten musste – und trotzdem tragen nur rund 25 Agenturen das SEO-Qualitaetszertifikat. Googles eigener Search-Ecosystem-Experte John Mueller warnt oeffentlich vor SEO-Scam und raet Betroffenen, Faelle bei Behoerden zu melden. Und der Verbraucherreport 2025 des vzbv zeigt: Die Beschwerden im digitalen Sektor sind um 34 Prozent gestiegen – der Grossteil davon wegen unterschobener Vertraege und mangelnder Transparenz.
Trotzdem gibt es kaum oeffentlich zugaengliche Faelle, die mit echten Daten belegen, wie eine gescheiterte SEO-Zusammenarbeit konkret aussieht. Keine Screenshots, keine Vertragsdokumente, keine Search Console Exporte.
Dieser Artikel aendert das.
Ich wurde als unabhaengiger SEO-Experte hinzugezogen, um die Situation eines Schweizer KMU forensisch aufzuarbeiten. Was ich vorfand, war ein Muster, das mir aus Gespraechen mit Dutzenden Unternehmern bekannt vorkommt – nur diesmal mit vollstaendiger Dokumentation: Vertraege, Rechnungen, Google Search Console Daten, E-Mail-Verlaeufe.
Die Fakten: Ein Unternehmen investierte ueber 12 Monate rund CHF 18’000 in eine SEO-Agentur. Die Gegenleistung: null Blogartikel, null Landingpages, null Infografiken, keine messbaren Rankings bei relevanten Suchbegriffen.
Dieser Beitrag dokumentiert den Fall, benennt die 6 Warnsignale, die das haetten verhindern koennen, und liefert eine konkrete Checkliste fuer jedes Unternehmen, das aktuell mit einer SEO-Agentur zusammenarbeitet oder eine Zusammenarbeit plant.
Hinweis: Alle Namen, Firmen und Branchendetails wurden anonymisiert. Die Analyse basiert auf dokumentierten Fakten und dient der Aufklaerung.
Die Ausgangslage: Ein marktkonformes Budget, klare Erwartungen
Das betroffene Unternehmen – nennen wir es [FreshMeal] – ist ein Schweizer KMU im E-Commerce-Bereich. Der Geschaeftsfuehrer entschied sich, in professionelle Suchmaschinenoptimierung zu investieren, und beauftragte eine SEO-Agentur – nachfolgend [Agentur-X].
Das monatliche Budget: rund CHF 1’500 netto.
Dieser Betrag ist kein Billigangebot. Er liegt exakt im Korridor dessen, was Branchenexperten fuer sinnvolle SEO-Arbeit empfehlen: Etablierte Agenturen kalkulieren typischerweise mit EUR 1’000 bis 3’000 pro Monat fuer KMU mit regionaler bis nationaler Reichweite. Freelancer beginnen bei ca. CHF 500 monatlich. Das bedeutet: [FreshMeal] hat ein marktkonformes, serioes kalkuliertes Budget bereitgestellt – kein Dumping-Angebot, das von vornherein keine substanzielle Arbeit ermoeglichen wuerde.
Die vertraglichen Zusagen der Agentur waren eindeutig:
- Steigerung der organischen Sichtbarkeit bei Google
- Neukundengewinnung ueber organische Suchergebnisse
- Erstellung hochwertiger Inhalte: Blogartikel, Landingpages, Infografiken
- Regelmaessige Reportings und transparente Kommunikation
Die Erwartungen des Kunden waren also weder unrealistisch noch ueberzogen. Sie entsprachen dem, was eine professionelle SEO-Agentur bei diesem Budget leisten muss.
Was schiefgelaufen ist: 5 dokumentierte Versaeumnisse
1. Keine messbaren SEO-Ergebnisse nach 12 Monaten
Als ich die Google Search Console Daten von [FreshMeal] analysierte, zeigte sich ein ernuechterndes Bild:
- Die Top-Suchbegriffe waren fast ausschliesslich Marken-Keywords – also der eigene Firmenname und Produktname. Das bedeutet: Die Klicks kamen von Nutzern, die das Unternehmen bereits kannten. Das ist kein SEO-Erfolg, das ist Bestandskunden-Traffic.
- Generische Keywords aus dem Kerngeschaeft – also die Begriffe, mit denen Neukunden suchen – brachten nur zweistellige Klickzahlen. Nach ueber einem Jahr SEO-Arbeit ist das ein vernichtend niedriger Wert.
- Kein einziger signifikanter Ranking-Gewinn bei relevanten Suchbegriffen. Die Keywords standen weiterhin auf den hintersten Plaetzen.
Zum Vergleich: 27,6 Prozent aller Klicks entfallen auf das erste Google-Ergebnis. Nur 0,63 Prozent der Nutzer klicken ueberhaupt ueber die erste Suchergebnisseite hinaus. Wer nach 12 Monaten professioneller SEO-Arbeit nicht mindestens auf Seite 1 fuer relevante Begriffe auftaucht, hat ein ernsthaftes Problem – oder einen Dienstleister, der nicht liefert.
2. Null Content-Produktion trotz Vertragszusage
Im Vertrag von [Agentur-X] stand woertlich die Zusage zur „Erstellung von hochwertigem Content wie Texten oder Infografiken.” Die Realitaet nach 12 Monaten:
- 0 Blogartikel erstellt
- 0 Landingpages gebaut
- 0 Infografiken produziert
- Lediglich einige bestehende Kategorietexte wurden leicht ueberarbeitet
SEO ohne Content-Produktion ist wie ein Restaurant ohne Kueche. Organische Sichtbarkeit entsteht durch relevante, qualitativ hochwertige Inhalte, die Suchintentionen bedienen. Ohne neue Inhalte gibt es keine neuen Rankings – das ist kein Meinungsstreit, das ist eine technische Realitaet.
3. Fehlende Transparenz und vorenthaltene Reportings
- Der Kunde erhielt keine regelmaessigen SEO-Reports
- Zugaenge zu Analysetools wie Google Search Console oder Google Analytics wurden nicht geteilt
- Auf Nachfragen reagierte die Agentur ausweichend
Jeder serioese SEO-Dienstleister gibt seinem Kunden Zugang zu den relevanten Daten. Die Search Console gehoert dem Website-Betreiber, nicht der Agentur. Wer Daten zurueckhaelt, hat entweder nichts vorzuweisen – oder etwas zu verbergen.
4. Technische SEO vernachlaessigt
Bei meiner Analyse fielen sofort grundlegende technische Maengel auf:
- Fehlende Meta-Beschreibungen auf zahlreichen Seiten – ein SEO-Grundlagen-Fehler
- Performance-Probleme durch ueberladene Seiten mit unnoetig vielen Apps und Skripten
- Keine mobile Optimierung der Inhalte, die von der Agentur bearbeitet wurden
- Versprochene Startseitentexte wurden monatelang nicht umgesetzt
Technische SEO ist das Fundament jeder Optimierung. Solche Grundlagenfehler kenne ich aus meiner Arbeit mit IT-Unternehmen – die 7 haeufigsten SEO-Suenden auf MSP-Websites treffen in aehnlicher Form auf jede Branche zu. Wenn die Basics nach 12 Monaten immer noch nicht stimmen, hat die Agentur entweder keine Kompetenz – oder keine Kapazitaet fuer den Kunden.
5. Fragwuerdige strategische Beratung
Besonders bedenklich war die strategische Beratung, die [Agentur-X] dem Kunden gab:
- Die Agentur empfahl ein Rebranding, ohne auf bestehende Markenrechte hinzuweisen. Ein international taetiger Grosskonzern nutzt einen aehnlichen Namen. Eine serioese Beratung haette dieses Risiko als Erstes identifiziert.
- Auf die berechtigte Kundenkritik, dass die ueber SEO gewonnenen Neukunden nur einmal kauften und nie wiederkamen, antwortete die Agentur sinngemass: „Dann verbessern Sie halt Ihr Produkt.” Statt die Zielgruppenansprache zu hinterfragen.
- Es wurde die falsche Zielgruppe angesprochen: preissensible Gelegenheitskaeufer statt der Premium-Kunden, die fuer das Geschaeftsmodell relevant sind.
Die 6 Red Flags: Woran du eine schlechte SEO-Agentur erkennst
Aus der forensischen Analyse dieses Falls lassen sich sechs klare Warnsignale ableiten. Jedes einzelne davon haette bereits frueh auf Probleme hindeuten muessen.
Red Flag 1: Keine konkreten KPIs im Vertrag
Das Muster: Der Vertrag verspricht „SEO-Optimierung” oder „Verbesserung der Sichtbarkeit”, ohne messbare Ziele zu definieren.
Was in diesem Fall passiert ist: [Agentur-X] konnte sich hinter vagen Formulierungen verstecken. Ohne vertraglich festgehaltene KPIs – zum Beispiel „Ranking fuer Keyword X in den Top 10 innerhalb von 6 Monaten” – gibt es keine Grundlage, um Nichterfuellung nachzuweisen.
Was Standard sein sollte: Ein serioeser SEO-Dienstleister definiert gemeinsam mit dem Kunden messbare Ziele mit Zeitrahmen. Nicht als Garantie (die kann im SEO niemand geben), aber als gemeinsame Benchmark, an der die Zusammenarbeit gemessen wird.
Welche KPIs konkret in einen SEO-Vertrag gehoeren, erklaert unser Beitrag: SEO-Vertrag pruefen: Welche KPIs muessen rein?
Red Flag 2: Kein Zugang zu Analysetools
Das Muster: Der Kunde hat keinen eigenen Zugang zu Google Search Console, Google Analytics oder SEO-Tools wie Ahrefs/SEMrush.
Was in diesem Fall passiert ist: [FreshMeal] konnte die Arbeit der Agentur nicht eigenstaendig verifizieren. Die Daten wurden zurueckgehalten, Reportings verweigert.
Was Standard sein sollte: Der Kunde hat jederzeit vollen Zugang zu allen relevanten Tools und Daten. Die Search Console und Analytics gehoeren dem Website-Betreiber. Der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) hat mit seinem SEO Code of Conduct genau deshalb Transparenzstandards definiert.
Wie ein ehrliches Reporting im Detail aussieht – und welche 6 Warnsignale auf Verschleierung hindeuten – zeigt unser Beitrag: 6 Red Flags in deinem SEO-Reporting
Red Flag 3: Keine Content-Produktion
Das Muster: Monate vergehen, ohne dass neue Inhalte erscheinen – keine Blogartikel, keine Landingpages, keine Infografiken.
Was in diesem Fall passiert ist: Nach 12 Monaten und CHF 18’000 existierten exakt null neue Content-Stuecke. Nur minimale Aenderungen an bestehenden Texten.
Was Standard sein sollte: Ein Content-Kalender mit festen Lieferterminen, der vor Projektstart vereinbart wird. Bei einem Budget von CHF 1’500/Monat ist die Erstellung von mindestens 2-4 hochwertigen Artikeln pro Monat realistisch – je nach Umfang und Tiefe.
Red Flag 4: Nur Marken-Traffic als „Erfolg” verkauft
Das Muster: Die Agentur praesentiert steigende Klickzahlen – verschweigt aber, dass 90% der Klicks vom eigenen Markennamen kommen.
Was in diesem Fall passiert ist: Die wenigen Klicks, die [FreshMeal] ueber Google erhielt, stammten fast ausschliesslich von Nutzern, die den Firmennamen direkt eingegeben hatten. Das sind Bestandskunden, keine Neukunden. Das ist kein SEO-Ergebnis.
Was Standard sein sollte: Ein sauberes Reporting trennt Marken-Traffic von generischem Traffic. Der Wert von SEO liegt in der Gewinnung von Nutzern, die das Unternehmen noch nicht kennen. Wer nur Marken-Keywords als Erfolg praesentiert, verschleiert die tatsaechliche Leistung.
Red Flag 5: Lange Vertragslaufzeiten mit automatischer Verlaengerung
Das Muster: 12- oder 24-Monats-Vertraege mit mehrmonatiger Kuendigungsfrist und automatischer Verlaengerung. Der Kunde ist gebunden, auch wenn keine Ergebnisse kommen.
Was in diesem Fall passiert ist: Die Vertragsstruktur machte es [FreshMeal] schwer, fruehzeitig auszusteigen – selbst als bereits klar war, dass die Agentur nicht liefert.
Was Standard sein sollte: Kurze Testphasen (3 Monate) mit anschliessender monatlicher Kuendbarkeit. Wer gute Arbeit leistet, braucht keine langen Vertragsfesseln. Gut zu wissen: Nach Schweizer Obligationenrecht (OR Art. 404) kann ein Auftrag grundsaetzlich jederzeit widerrufen werden. Lange Kuendigungsfristen koennen unter bestimmten Umstaenden rechtlich anfechtbar sein.
Die vollstaendigen Rechtsgrundlagen fuer die Schweiz und Deutschland findest du in unserem Beitrag: SEO-Vertrag kuendigen: Deine Rechte
Red Flag 6: „Mit dem Budget kann man nicht mehr machen”
Das Muster: Die Agentur nimmt einen mittleren vierstelligen Monatsbetrag – und sagt dann, das Budget reiche nur fuer wenige Stunden Arbeit.
Was in diesem Fall passiert ist: [Agentur-X] rechtfertigte die mangelnden Ergebnisse mit angeblich zu knappem Budget – obwohl CHF 1’500/Monat ein marktkonformer Preis fuer substanzielle SEO-Arbeit ist.
Was Standard sein sollte: Transparente Stundenaufstellung oder eine klare Leistungsbeschreibung pro Monat. Wenn eine Agentur das Budget als zu niedrig einstuft, sollte sie das vor Vertragsabschluss kommunizieren – nicht als Ausrede fuer Nichtlieferung.
Was bei welchem Budget realistisch ist, zeigt unser ausfuehrlicher Vergleich: Was kostet SEO wirklich? Budget-Realitaet fuer Schweizer KMU
Warum KMU so lange bei schlechten Agenturen bleiben
Die 6 Red Flags oben wirken im Nachhinein offensichtlich. Aber warum hat [FreshMeal] nicht frueher reagiert? Die Antwort liegt in einem Mechanismus, den ich bei fast jedem betroffenen Unternehmen sehe: Informationsasymmetrie.
Die Agentur spricht eine Sprache, die der Kunde nicht prueft
SEO ist fuer die meisten Geschaeftsfuehrer eine Blackbox. Die Agentur liefert Begriffe wie „Crawl-Budget”, „Domain Authority”, „Core Web Vitals” oder „semantische Keyword-Cluster” – und der Geschaeftsfuehrer nickt, weil er das Thema an Profis delegiert hat. Das ist bei keinem anderen Dienstleister anders: Auch den Steuerberater prueft man nicht auf jede Buchung. Aber der Steuerberater liefert am Ende eine Steuererklärung. Die SEO-Agentur? Liefert im schlimmsten Fall PowerPoint-Folien.
Einschuechterung durch Fachsprache
Was ich in der Praxis immer wieder sehe: Geschaeftsfuehrer trauen sich nicht, kritische Fragen zu stellen, weil sie fuerchten, als unwissend dazustehen. Die Agentur nutzt das – bewusst oder unbewusst. Saetze wie „SEO braucht Zeit” oder „Der Algorithmus hat sich geaendert” klingen plausibel und sind oft nicht falsch. Aber sie verschleiern, dass nach 6 Monaten zumindest die Richtung stimmen muss.
Dazu kommt die Studie von Localsearch und der Hochschule Luzern (KMU Digital Pulse 2025): 82 Prozent der Schweizer Bevoelkerung suchen online nach KMU-Dienstleistungen – aber nur 36 Prozent der KMU haben ueberhaupt eine professionelle Website. Die Folge: Viele Geschaeftsfuehrer wissen, dass sie digital praesent sein muessen, verstehen aber nicht genug, um die Qualitaet der Umsetzung zu bewerten. Das macht sie verwundbar.
Sunk-Cost-Falle
Ein weiterer Faktor: Je laenger ein Unternehmen bereits zahlt, desto schwerer faellt der Ausstieg. „Wir haben schon CHF 12’000 investiert – jetzt koennen wir nicht einfach aufhoeren” ist ein Satz, den ich woertlich so gehoert habe. Das ist die klassische Sunk-Cost-Falle: Die bisherigen Kosten sind verloren, egal ob man weiter zahlt oder nicht. Nur die zukuenftigen Kosten sind beeinflussbar.
Was das fuer dich bedeutet
Wenn du gerade mit einer SEO-Agentur zusammenarbeitest und ein ungutes Gefuehl hast: Du brauchst kein SEO-Wissen, um die richtigen Fragen zu stellen. Du brauchst nur diese drei:
- „Zeigen Sie mir die Search Console Daten – nicht Ihre eigene Auswertung.” Wer das verweigert, verbirgt etwas.
- „Welche neuen Inhalte haben Sie diesen Monat erstellt?” Die Antwort muss konkret sein: URLs, Titel, Veroeffentlichungsdatum.
- „Wie viele Klicks kommen von Nutzern, die unseren Firmennamen NICHT eingegeben haben?” Das trennt echten SEO-Erfolg von Marken-Traffic.
Fuer eine tiefere Analyse empfehle ich, einen systematischen SEO-Audit durchzufuehren – oder durchfuehren zu lassen. Ein unabhaengiger Audit deckt in wenigen Stunden auf, was eine Agentur in Monaten verschleiert.
Die finanziellen Konsequenzen
Direkte Kosten
Knapp CHF 18’000 flossen ueber die gesamte Vertragslaufzeit an [Agentur-X] – fuer quasi null Gegenleistung. Kein einziger neuer Inhalt, keine messbaren Rankings, keine transparente Dokumentation.
Opportunitaetskosten
Mindestens ebenso schwer wiegen die indirekten Kosten:
- 12 Monate verlorenes organisches Wachstum. Waehrend [FreshMeal] auf Ergebnisse wartete, haetten mit einer kompetenten Agentur bereits relevante Rankings aufgebaut werden koennen.
- Verlorenes Vertrauen in SEO als Kanal. Nach dieser Erfahrung steht jeder Geschaeftsfuehrer SEO erst einmal skeptisch gegenueber. Das kann dazu fuehren, dass ein nachweislich wirksamer Marketingkanal dauerhaft gemieden wird.
- Zeitverschwendung des Geschaeftsfuehrers. Statt sein Unternehmen weiterzuentwickeln, musste sich der Geschaeftsfuehrer mit einer nicht liefernden Agentur auseinandersetzen.
Zusaetzliche Kosten fuer die Aufarbeitung
Die forensische Analyse, die Dokumentation und die juristische Pruefung des Falls verursachten weitere Kosten. Die Gesamtbelastung lag damit deutlich ueber der reinen Vertragssumme.
Einordnung: Das Budget war nicht das Problem
CHF 1’500 pro Monat ist der Marktstandard fuer professionelle SEO-Betreuung von KMU im DACH-Raum. Das Unternehmen hat nicht am falschen Ende gespart. Es hat ein marktgerechtes Budget bereitgestellt, das nach allen branchenueblichen Masstaeben eine substanzielle Gegenleistung rechtfertigt.
Dass bei einem solchen Budget null Blogartikel, null Landingpages und null Infografiken geliefert wurden, hebt diesen Fall aus der Kategorie „schlechte Leistung” in die Kategorie strukturelles Versagen.
Was haette anders laufen muessen
Vor Vertragsabschluss
-
Proof of Concept verlangen. Ein kleines, bezahltes Pilotprojekt (CHF 1’000 bis 2’000) zeigt innerhalb weniger Wochen, ob eine Agentur handwerklich liefern kann. Wer ein Pilotprojekt ablehnt, hat wenig vorzuweisen.
-
Referenzen konkret pruefen. Nicht nur Kundennamen abfragen, sondern konkrete, nachpruefbare Resultate einfordern: Welche Rankings wurden verbessert? Um wie viel stieg der organische Traffic? Gibt es Search Console Daten?
-
KPIs vertraglich festhalten. Messbare Ziele mit Zeitrahmen gehoeren in jeden SEO-Vertrag. Nicht als Erfolgsgarantie, sondern als gemeinsamer Massstab.
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Kurze Testphase vereinbaren. 3 Monate kuendbar, danach Verlaengerung bei gegenseitiger Zufriedenheit. Serioese Dienstleister haben kein Problem damit.
Waehrend der Zusammenarbeit
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Monatliche Review-Meetings mit echten Zahlen. Search Console Daten, Traffic-Entwicklung, Ranking-Veraenderungen – nicht PowerPoint-Folien mit Grafiken ohne Kontext.
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Eigener Zugang zu allen Tools. Google Search Console, Google Analytics, und idealerweise das SEO-Tool der Agentur (z.B. Ahrefs, SEMrush). Wer das nicht gewaehrt, arbeitet nicht transparent.
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Content-Kalender vereinbaren. Feste Liefertermine fuer Inhalte, regelmaessige Pruefung der Einhaltung. Kein Artikel nach 3 Monaten? Sofort ansprechen.
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Unabhaengige Zweitmeinung einholen. Wenn Zweifel bestehen, lohnt sich eine einmalige SEO-Analyse durch einen unabhaengigen Experten. Die Investition von CHF 500 bis 800 kann vor einem Vielfachen an Verlust schuetzen.
Rechtlicher Rahmen in der Schweiz
Fuer KMU in der Schweiz ist relevant: Nach Art. 404 des Obligationenrechts (OR) kann ein Auftrag grundsaetzlich jederzeit widerrufen werden. Gerichte haben bestaetigt, dass diese Bestimmung zwingender Natur ist. Konventionalstrafen zur Umgehung der freien Kuendbarkeit sind nach Bundesgerichtspraxis nicht zulaessig.
Das bedeutet: Auch wenn ein SEO-Vertrag eine lange Laufzeit vorsieht, besteht unter Umstaenden die Moeglichkeit, ihn vorzeitig zu beenden. Eine juristische Beratung lohnt sich, wenn die Agentur nicht liefert.
Checkliste: So schuetzt du dein Unternehmen
Vor dem Vertragsabschluss
- Messbare KPIs im Vertrag definiert (Keywords, Traffic-Ziele, Zeitrahmen)?
- Kuendigungsfrist maximal 3 Monate, idealerweise monatlich kuendbar?
- Referenzen der Agentur geprueft – mit konkreten, nachpruefbaren Ergebnissen?
- Pilotprojekt oder Testphase vereinbart?
- Content-Kalender mit festen Lieferterminen Teil des Vertrags?
Waehrend der Zusammenarbeit
- Eigener Zugang zu Google Search Console und Analytics vorhanden?
- Monatliches Reporting mit echten Daten (nicht nur Grafiken)?
- Marken-Traffic und generischer Traffic getrennt ausgewiesen?
- Content wird regelmaessig geliefert (Blogartikel, Landingpages)?
- Technische SEO-Basics umgesetzt (Meta-Beschreibungen, Ladezeiten, Mobile)?
Bei Verdacht auf Nichterfuellung
- Schriftlich nachgefragt und Dokumentation eingefordert?
- Unabhaengige Zweitmeinung (SEO-Audit) eingeholt?
- Alle E-Mails, Rechnungen und Vertragsunterlagen gesichert?
- Search Console Daten exportiert und gesichert?
- Kuendigungsmoeglichkeiten rechtlich pruefen lassen?
Fazit: SEO ist keine Blackbox
Suchmaschinenoptimierung ist kein Hexenwerk und keine Geheimwissenschaft. Die Mechanismen sind dokumentiert, die Best Practices oeffentlich zugaenglich, die Ergebnisse messbar. Jeder Dienstleister, der so tut, als waere SEO eine Blackbox, die nur er versteht, schuetzt damit nicht sein Know-how – er schuetzt sich vor Transparenz.
Serioese SEO-Dienstleister arbeiten transparent, liefern messbare Ergebnisse und scheuen keinen offenen Dialog ueber Fortschritte und Herausforderungen. Sie definieren gemeinsam mit dem Kunden Ziele, dokumentieren ihre Arbeit und stehen fuer Fragen zur Verfuegung.
Wer als KMU in SEO investiert, sollte dasselbe Qualitaetsbewusstsein anlegen wie bei der Auswahl jedes anderen Geschaeftspartners: Pruefen, messen, hinterfragen – und bei Nichterfuellung konsequent handeln. Wer die Grundlagen von professioneller Suchmaschinenoptimierung verstehen will, findet in meinem SEO-Leitfaden fuer IT-Unternehmen eine ausfuehrliche Anleitung – die Prinzipien gelten branchenuebergreifend.
Die Geschichte von [FreshMeal] ist kein Einzelfall. Sie ist ein dokumentiertes Beispiel fuer ein systemisches Problem in einem wachsenden Markt. Die Zahlen sprechen fuer sich: 5 Millionen KMU im DACH-Raum, ein digitales Marketingvolumen von ueber 30 Milliarden Euro allein in Deutschland, und kaum institutionelle Qualitaetssicherung ausserhalb freiwilliger Branchenstandards.
Der beste Schutz ist Wissen. Und genau dafuer ist dieser Beitrag gedacht.
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Dieser Beitrag basiert auf einer realen, forensischen SEO-Analyse. Alle Details wurden anonymisiert. Die Fakten sind dokumentiert und dienen der Aufklaerung, um Unternehmen vor aehnlichen Erfahrungen zu schuetzen.
Du hast ein ungutes Gefuehl bei deiner aktuellen SEO-Agentur? Lass uns darueber sprechen.
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