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Handwerker-Marketing: Was wirklich Kunden bringt

Von Simon Haenel ·

Sieben Marketingkanäle führen auf einer Werkbank von Standort-Pin und Bewertungen zu einer Kundenanfrage

Volle Auftragsbücher heute sind keine Garantie für volle Auftragsbücher nächstes Jahr – das wissen die meisten Betriebsinhaber, und genau dann fällt das Stichwort Marketing. Nur: Die Möglichkeiten sind unübersichtlich, jeder Anbieter erklärt seinen Kanal zum wichtigsten, und zwischen Flyern, Social Media, Portalen und Google verliert man schnell Geld an Dinge, die beim Handwerk schlicht nicht funktionieren. Dieser Beitrag ordnet die Kanäle ehrlich ein – nach Wirkung pro eingesetztem Franken, mit realistischen Budgets und einer klaren Reihenfolge. Er ist für Handwerks- und Gewerbebetriebe geschrieben; das meiste gilt aber für jedes Unternehmen, das Kundschaft aus der Region gewinnt.

Der Massstab: Wo Ihre Kundschaft tatsächlich sucht

Bevor wir Kanäle vergleichen, ein Blick auf die Gegenseite. Wenn jemand einen Handwerker braucht, passiert heute fast immer dasselbe: Das Handy kommt hervor, und gesucht wird die Leistung plus der Ort – «Elektriker Notdienst», «Badsanierung Kosten», «Maler» und die Gemeinde. Fast die Hälfte aller Google-Suchen hat einen lokalen Bezug, und die Nachfrage ist messbar riesig: Allein «Elektriker Notdienst» wird im deutschsprachigen Raum über 4’000-mal pro Monat gesucht, «Badsanierung Kosten» ebenso oft. Gutes Handwerker-Marketing beginnt deshalb nicht bei der Frage «Wo kann ich werben?», sondern bei der Frage «Wo sucht meine Kundschaft – und bin ich dort zu finden?».

Die Rangliste: Kanäle nach Wirkung pro Franken

1. Der Google-Eintrag – der stärkste Hebel, und er kostet nichts

Ihr Firmenprofil bei Google (der Eintrag, der auf Google Maps und rechts in der Suche erscheint) ist der einzige Kanal, der genau in dem Moment wirkt, in dem jemand einen Betrieb wie Ihren sucht. Die ersten drei Einträge im Kartenausschnitt holen rund 44 Prozent der Klicks. Der Eintrag selbst ist gratis – was er braucht, ist Pflege: richtige Kategorien, alle Leistungen, echte Fotos, aktuelle Zeiten. Was ein vollständiger Eintrag umfasst, zeigt meine Seite zum Google-Eintrag.

2. Bewertungen – Ihr Ruf, in Sichtweite der Kundschaft

Bewertungen sind das Marketing, das andere für Sie machen. Sie entscheiden, wer aus dem Kartenausschnitt den Anruf bekommt – und sie kosten nichts ausser einer Routine: zufriedene Kundschaft im richtigen Moment bitten, jede Rückmeldung beantworten. Die Anleitung dazu steht im Beitrag Google-Bewertungen bekommen.

3. Die eigene Website – Ihr Verkäufer, der nie Feierabend hat

Der Eintrag bringt Sie auf die Karte, die Website macht aus Interessenten Anfragen: mit eigenen Seiten pro Leistung, ehrlichen Kostenangaben, echten Referenzfotos und einem Formular, das auch sonntagabends funktioniert. Was eine Website kosten darf und woran Sie seriöse Angebote erkennen, habe ich im Beitrag Was kostet eine Website in der Schweiz? aufgeschlüsselt.

4. Inhalte, die Kundenfragen beantworten

Wer die Kostenfrage seiner Kundschaft öffentlich beantwortet, gewinnt den Erstkontakt – lange bevor verglichen wird. Das ist der Kanal mit dem längsten Atem und dem grössten Langzeiteffekt, auch weil KI-Assistenten wie ChatGPT ihre Empfehlungen aus genau solchen Inhalten schöpfen. Wie sich das aufs Ranking auswirkt, steht im Beitrag Google-Ranking verbessern.

5. Google-Werbung – sinnvoll als Beschleuniger, nicht als Fundament

Bezahlte Anzeigen bringen sofort Sichtbarkeit – gegen Bezahlung pro Klick. Das lohnt sich für umkämpfte, wertvolle Suchen (Notdienst, Badsanierung) und zur Überbrückung, bis die organische Sichtbarkeit trägt. Als einziger Kanal ist es teuer: Stoppt das Budget, stoppt die Sichtbarkeit.

6. Social Media – fürs Handwerk meist überschätzt, mit Ausnahmen

Die ehrliche Einordnung: Niemand sucht auf Instagram nach einem Sanitär-Notdienst. Für visuelle Gewerke – Maler, Schreiner, Gartenbau – kann ein gepflegtes Profil mit Vorher-Nachher-Bildern das Vertrauen stützen und Weiterempfehlungen sichtbar machen. Aber als Fundament taugt Social Media im Handwerk selten; es ist die Kür nach der Pflicht, nicht umgekehrt.

7. Die Klassiker: Fahrzeugbeschriftung, Baustellentafeln, Vereinsleben

Beschriftete Fahrzeuge, Tafeln an der Baustelle, Präsenz im Dorfverein – das bleibt wertvoll, weil es Vertrauen in der Region aufbaut. Nur: Diese Kanäle erzeugen Bekanntheit, keine messbaren Anfragen, und sie erreichen niemanden, der neu zugezogen ist und einfach googelt. Behalten Sie sie bei – aber verlassen Sie sich nicht darauf.

Tempo und Dauerwirkung der Kanäle
  • Sofort sichtbar Google-Werbung Wirkt sofort – endet aber, sobald das Budget stoppt.
  • Schnell und dauerhaft Google-Eintrag und Bewertungen Wirken bei der konkreten Suche und bleiben öffentlich sichtbar.
  • Braucht Anlauf Website und hilfreiche Inhalte Bauen über Monate eigene Sichtbarkeit auf, die nicht mit einem Werbebudget endet.
  • Ergänzt Vertrauen Social Media und lokale Klassiker Stützen den Eindruck – ersetzen aber weder Eintrag noch Website.

Was in welchem Gewerk zuerst wirkt

Werbung für Handwerker ist kein Einheitsrezept – jedes Gewerk hat seinen stärksten Hebel:

  • Werbung für Maler und Gipser: Ihr Gewerk ist visuell – Vorher-Nachher-Bilder in Eintrag und Website wirken stärker als jeder Slogan, und Kostenfragen («Fassade streichen Kosten», rund 1’900 Suchen pro Monat im deutschsprachigen Raum) sind das Einstiegstor. Details auf der Seite für Maler & Gipser.
  • Werbung für Schreiner: Die grossen Suchbegriffe gehören Online-Konfiguratoren – Ihr Spielfeld sind «Schreiner + Ort» und Referenzen, die Massarbeit anfassbar machen. Mehr dazu auf der Seite für Schreiner.
  • Werbung für Dachdecker und Spengler: Nach jedem Unwetter entscheidet der Kartenausschnitt – und Solar- wie Sanierungsfragen werden das ganze Jahr gesucht. Die Strategie steht auf der Seite für Dach & Spengler.
  • Werbung im Gartenbau: Ihre Kundschaft sucht monatelang Ideen («Gartengestaltung»: über 18’000 Suchen pro Monat), bevor sie vergibt – wer früh mit Referenzen präsent ist, steht auf der Shortlist. Mehr auf der Seite für Gartenbau.

Für Elektriker, Sanitär, Heizung sowie Boden und Platten gilt dieselbe Logik mit anderem Schwerpunkt – die Branchen-Übersicht zeigt für jedes Gewerk die wirksamsten Hebel.

Was kostet Handwerker-Marketing realistisch?

Transparente Zahlen statt «kommt drauf an»: Der gepflegte Google-Eintrag samt Einrichtung, Search Console und Mini-Analyse kostet bei mir einmalig ab CHF 1’490. Eine Website, die Anfragen bringt, ab CHF 3’500. Die laufende Betreuung – Eintrag, Bewertungen, Pflege, Monatsbericht – ab CHF 500 pro Monat, monatlich kündbar; alle Stufen stehen auf der Preisseite. Zur Einordnung: Ein einziger zusätzlicher Auftrag – eine Badsanierung, ein Dachfenster-Einbau, ein Einbauschrank – deckt bei den meisten Gewerken die Jahresinvestition in die Grundpflege. Und damit Marketing nie Vertrauenssache bleiben muss: Was jeden Monat getan wurde und was es gebracht hat, zeigt ein Bericht in Klartext – so wie der Muster-Monatsbericht.

Was Sie sich sparen können

  • Leads von Auftragsportalen als Dauerlösung: Gekaufte Anfragen gehen an mehrere Betriebe gleichzeitig – Sie konkurrieren im Preiskampf um Kundschaft, die dem Portal gehört, nicht Ihnen. Als Überbrückung in einer Flaute vertretbar, als Strategie teuer. Eigene Sichtbarkeit macht unabhängig.
  • Imagekampagnen ohne Messbarkeit: Hochglanz-Inserate und teure Imagefilme schmeicheln, aber Sie werden nie wissen, ob sie einen Auftrag gebracht haben.
  • Gekaufte Follower und Bewertungen: Verstossen gegen Richtlinien und Gesetz – und fliegen auf. Der Schaden übersteigt jeden kurzfristigen Effekt.

Häufige Fragen

Womit soll ein Betrieb ohne jedes Online-Marketing anfangen?

Mit dem Google-Eintrag – er kostet nichts, wirkt am schnellsten und ist die Grundlage für alles Weitere. Danach Bewertungen aufbauen, dann die Website in Ordnung bringen. Diese Reihenfolge maximiert die Wirkung pro Franken.

Brauche ich als Handwerker Social Media?

Nein – nicht als Fundament. Wenn Ihr Gewerk visuell ist und Ihnen das Bespielen liegt, ist es eine sinnvolle Ergänzung. Aber kein Instagram-Profil ersetzt den Google-Eintrag, denn gesucht wird bei Google, nicht in sozialen Netzwerken.

Lohnt sich Werbung auf Auftragsportalen?

Als Notlösung bei leerem Auftragsbuch: vielleicht. Als Dauerstrategie: selten – Sie zahlen pro Anfrage, teilen sich jede Anfrage mit Mitbewerbern und bauen dabei nichts Eigenes auf. Jeder Franken in die eigene Sichtbarkeit arbeitet dagegen dauerhaft für Ihren Betrieb.

Wie schnell bringt Marketing neue Aufträge?

Ehrlich: Der Google-Eintrag wirkt oft innert Wochen, Website und Inhalte brauchen drei bis sechs Monate, bezahlte Werbung wirkt sofort, endet aber mit dem Budget. Wer heute anfängt, baut den Vorsprung auf, den die Konkurrenz nächstes Jahr einholen müsste.

Der nächste Schritt

Prüfen Sie die Rangliste gegen Ihren Ist-Zustand: Eintrag gepflegt? Bewertungen am Wachsen? Website mit eigenen Leistungsseiten? Wo Sie zuerst ansetzen sollten, zeigt sich meist in Minuten – und genau das mache ich im kostenlosen Erstgespräch mit Ihnen zusammen: Wir schauen Ihre Sichtbarkeit live an, und Sie erfahren ohne Verpflichtung, welcher Kanal bei Ihrem Betrieb am meisten bewirkt – und welchen Sie sich sparen können.

Lieber eine Antwort für Ihren konkreten Betrieb?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir Ihre Situation gemeinsam an – Google-Eintrag, Website, Konkurrenz. Ehrlich und ohne Verpflichtung.