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Leadgenerierung im B2B: Von der Suchfrage zur Anfrage

B2B-Leads über deine Website gewinnen: ein durchgehendes Beispiel für Suchfrage, Leistungsseite, Kontaktformular und die Auswertung bis zur passenden Anfrage.

Simon Haenel veröffentlicht aktualisiert

Jemand sucht eine Lösung, besucht deine Website und geht wieder. Vielleicht passte dein Angebot nicht. Vielleicht blieb aber auch offen, ob du genau sein Problem lösen kannst. Für B2B-Leadgenerierung brauchst du deshalb mehr als einen Kontaktbutton: eine konkrete Frage, eine brauchbare Antwort und einen nächsten Schritt, den der Interessent versteht.

Ein Lead ist hier eine identifizierbare Anfrage eines möglichen Geschäftskunden. Ein Website-Besuch ist noch kein Lead. Eine passende Anfrage liegt erst vor, wenn Bedarf und angebotene Leistung zusammenpassen. Dieser Beitrag zeigt den Aufbau dieses Wegs an einem durchgehenden Beispiel. Wie aus der Anfrage ein Auftrag wird, behandelt die Neukundengewinnung für Dienstleister.

Mit einer echten Kundenfrage beginnen

Nimm die letzten Gespräche zu einer Leistung, die du häufiger verkaufen möchtest. Halte die Formulierungen deiner Interessenten fest: Was ist passiert? Warum suchen sie gerade jetzt? Was hält sie von einem Wechsel oder einer Bestellung ab?

Für den folgenden Ablauf verwenden wir ein ausgedachtes IT-Beispiel: Ein Unternehmen möchte seine bisherige IT-Betreuung wechseln, fürchtet aber Unterbrüche und weiss nicht, welche Unterlagen der neue Anbieter benötigt. Das ist eine andere Lage als die Suche nach einer Anleitung zum Zurücksetzen eines Passworts.

Daraus entstehen zunächst Suchhypothesen wie «IT-Dienstleister wechseln» und «externe IT-Betreuung». Prüfe diese Begriffe im Browser: Zeigen die Suchergebnisse Anleitungen, Anbieter, Software oder Stellenangebote? Ergänze vorhandene Suchanfragen aus der Search Console und, falls verfügbar, Nachfragedaten aus einem Keyword-Werkzeug. Eine plausible Formulierung allein ist noch kein Beleg für Suchvolumen.

Der vollständige Weg für dieses Beispiel

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Situation des InteressentenPassender InhaltNächster Schritt
«Ein Wechsel wäre nötig. Was kann schiefgehen?»Anleitung zu Übergabe, Zuständigkeiten und den vorher benötigten UnterlagenLeistungsseite zur Übernahme der IT-Betreuung
«Kann dieser Anbieter unsere Betreuung übernehmen?»Leistungsumfang, betreute Systeme, Ablauf, Ansprechperson und belegbare ArbeitsweiseAusgangslage für ein Erstgespräch beschreiben
«Was muss ich für ein Angebot liefern?»Kurze Erklärung der benötigten Angaben und des weiteren AblaufsAnfrage absenden oder anrufen
«Passt unser Vorhaben zum Anbieter?»Persönliche Einordnung von Aufgabe, Zeitplan und offenen PunktenBesprechung, konkretisierte Offerte oder begründete Absage

Die Anleitung löst eine Informationsfrage. Die Leistungsseite beantwortet die Anbieterfrage. Dafür sind nicht zwingend zwei URLs nötig: Wenn die Wechselhilfe überschaubar ist, kann sie ein Abschnitt der Leistungsseite sein. Ein eigener Blogartikel lohnt sich, wenn die Frage eine eigenständige, ausführliche Antwort benötigt.

Was auf der Leistungsseite tatsächlich stehen sollte

Eine austauschbare Formulierung wäre: «Wir bieten innovative IT-Lösungen für Unternehmen.» Sie lässt offen, was nach der Anfrage geschieht. Für unser Beispiel braucht der Leser Antworten auf diese Punkte:

  • Welche Aufgaben übernimmt die Betreuung: Benutzersupport, Arbeitsplatzgeräte, Microsoft 365 oder weitere Systeme?
  • Was wird vor einer Übernahme geprüft und wer ist auf Kundenseite beteiligt?
  • Wie werden Zugänge, Verträge und Dokumentation des bisherigen Anbieters erfasst?
  • Welche Übergabeschritte werden vereinbart und welche Abhängigkeiten können den Termin verschieben?
  • Wer führt das erste Gespräch und welche Angaben werden dafür benötigt?
  • Gibt es ein belegbares Arbeitsbeispiel oder einen nachvollziehbar beschriebenen Ablauf?

Eine mögliche Einleitung für einen Anbieter, der diese Leistung tatsächlich erbringt, wäre:

Du möchtest deine IT-Betreuung wechseln und den Übergang vorbereiten? Wir erfassen zuerst Systeme, Zuständigkeiten und vorhandene Unterlagen. Danach legen wir mit dir fest, welche Aufgaben übernommen werden und welche Übergaben mit dem bisherigen Anbieter nötig sind.

Diese Formulierung macht den nächsten Schritt verständlich. Sie behauptet weder einen risikofreien Wechsel noch Erfahrungen, die nicht nachgewiesen sind. Ergänze nur Leistungen und Beispiele, die dein Betrieb tatsächlich liefern kann.

Den Kontaktweg an die Entscheidung anpassen

Für die erste Anfrage reichen im Beispiel Name, Firma, Rückkontakt und ein Freitextfeld zum Vorhaben. Eine ergänzende Frage nach dem gewünschten Zeitpunkt kann die Einordnung erleichtern. Eine vollständige Systeminventur im Pflichtformular wäre zu diesem frühen Zeitpunkt viel verlangt.

Der Text am Formular könnte lauten:

Beschreibe kurz, welche Betreuung du suchst und wann ein Wechsel ansteht. Im ersten Gespräch klären wir, welche Angaben für eine Offerte noch fehlen.

Danach muss der tatsächliche Ablauf stimmen: verständliche Bestätigung, funktionierende Zustellung und eine zuständige Person im Betrieb. Prüfe einmal selbst vom Smartphone aus, ob du den Kontaktweg findest und ob eine Testanfrage vollständig ankommt. Testdaten müssen in der späteren Auswertung als solche erkennbar bleiben.

Ein E-Book-Download passt dagegen zu einem anderen Ziel. Wer eine Checkliste lesen möchte, hat damit noch kein Verkaufsgespräch angefragt. Erfasse Downloads und konkrete Beratungsanfragen getrennt.

Woher die Besucher kommen können

Für denselben Kontaktweg kannst du unterschiedliche Zugänge nutzen:

  • Google-Suche: Eine Seite beantwortet eine bestehende Suchfrage. Ob und wann sie sichtbar wird, hängt auch vom Wettbewerb und der Bewertung durch Google ab.
  • Empfehlung oder Partnerkontakt: Die empfehlende Person verlinkt direkt auf die passende Leistung, damit der Interessent die Zuständigkeit prüfen kann.
  • Bezahlte Werbung: Ein begrenzter Test bringt Besucher auf eine passende Seite. Werbekosten und Anfragen gehören zusammen in die Auswertung.
  • Fachbeitrag oder Social Media: Ein konkretes Problem wird dort angesprochen und zur ausführlichen Antwort verlinkt. Eine blosse Beitragsreaktion ist noch keine Anfrage.

Eine eigene Website bietet einen beständigen Ort für Angebot und Kontakt. Für Besucher aus Google oder sozialen Netzwerken bleibt sie trotzdem von der jeweiligen Plattform abhängig. Sinnvoll ist deshalb, Quelle und Kontaktweg getrennt aufzubauen und auszuwerten.

So erkennst du, an welcher Stelle der Weg stockt

Der Leistungsbericht der Search Console zeigt unter anderem Impressionen und Klicks aus der Google-Suche. Er sagt dir nicht, ob aus einem Besucher ein passender Auftrag wurde. Dafür brauchst du deine Anfrage- und Auftragsdaten.

Notiere für jede Anfrage Eingangsdatum, Quelle soweit bekannt, betroffene Leistung, Passung und weiteren Verlauf. Wenn jemand erst einen Beitrag gelesen und später deinen Namen gesucht hat, ist die Herkunft womöglich mehrstufig. Bewahre diese Unsicherheit, statt eine genaue Zuordnung zu erfinden.

Ein angenommenes Beispiel: Eine Leistungsseite erhält in der Website-Auswertung 120 Besuche. Es entstehen sechs konkrete Anfragen, von denen zwei zur angebotenen Betreuung passen. Damit liegen die gemessene Anfragequote bei 5 Prozent und der Anteil passender Anfragen bei einem Drittel. Das ist keine Branchenkennzahl.

Die vier unpassenden Anfragen verdienen jetzt Aufmerksamkeit. Geht es immer um Privatkunden-Support, obwohl nur Firmen betreut werden? Dann gehört die Zuständigkeit weiter nach vorn auf die Seite. Sind die Anfragen passend, bleiben aber unbeantwortet, liegt der Engpass nach dem Formular. Für die Bewertung brauchst du beide Informationen.

Was ein Blogartikel zu diesem Weg beitragen muss

Ein hilfreicher Artikel beantwortet eine Frage, die vor einer Kaufentscheidung wirklich auftaucht. Für das IT-Beispiel könnte er eine Übergabeliste mit Systemen, Verträgen, Verantwortlichen und offenen Freigaben erklären. Ein allgemeiner Text über die «Chancen der Digitalisierung» hilft dem wechselwilligen Interessenten dabei wenig.

Prüfe vor dem Schreiben:

  1. Welche konkrete Frage löst der Artikel?
  2. Was kann der Leser anschliessend entscheiden oder erledigen?
  3. Welches eigene Beispiel, welche Vorlage oder welche belegte Erklärung braucht er dafür?
  4. Welche deiner Leistungen passt zum verbleibenden Problem?

Google nennt eigenständige Information und einen abgeschlossenen Nutzen für Leser als Fragen zur Beurteilung hilfreicher Inhalte. Eine bestimmte Artikelzahl oder Textlänge ersetzt diese Arbeit nicht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Leadgenerierung und Neukundengewinnung?

Leadgenerierung führt zu identifizierbaren Interessenten. Neukundengewinnung umfasst zusätzlich die Einordnung der Anfrage, Gespräche, Offerte und Abschluss. Für die Auswertung brauchst du eine einheitliche Definition dessen, was dein Betrieb als Lead und als Kunde zählt.

Brauche ich für B2B-Leadgenerierung einen Blog?

Nicht zwingend. Eine gute Leistungsseite kann Suchfrage, Anbieterprüfung und Kontakt bereits abdecken. Ein Blog ist sinnvoll, wenn er zusätzliche Fragen beantwortet, für die auf der Leistungsseite kein angemessener Platz ist.

Welche Kennzahl soll ich zuerst verfolgen?

Zuerst die Zahl passender Anfragen und ihren weiteren Verlauf. Klicks helfen, den Weg davor zu untersuchen. Ein Klickziel allein zeigt nicht, ob du die gewünschte Leistung häufiger verkaufst.

Einen Kontaktweg fertigstellen

Wähle eine Leistung und eine belegte Kundenfrage. Baue dafür die Antwort, die Leistungsinformationen und den Kontaktweg auf, bevor du weitere Themen eröffnest. Bei meiner SEO-Arbeit an bestehenden Websites gehört die Verbindung zwischen Suchfrage, Seite und Anfrage zur Prüfung und vereinbarten Umsetzung.

Welche Leistung soll häufiger angefragt werden?

Wir sehen uns den Weg von der Kundenfrage zu deiner Website an. So lässt sich besprechen, welche Inhalte und Kontaktinformationen fehlen.

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