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Wie eine Firma CHF 18’000 für SEO bezahlte – ohne Umsetzung
Zwölf Monate CHF 1’500 an eine SEO-Agentur, kein einziger Artikel – und die Agentur wusste nicht einmal, wer bei der Firma kauft. So prüfst du deine Agentur.
Zahlst du deiner SEO-Agentur jeden Monat Geld und findest auf deiner Website keine neue Seite?
Genau so lief es bei einem Schweizer Anbieter von Fertiggerichten, die er nach Hause liefert. Ich nenne ihn hier FreshMeal. Den Namen habe ich geändert und Merkmale weggelassen, an denen man das Unternehmen erkennen könnte; Beträge und Lieferungen stimmen. Zwölf Monate lang zahlte er seiner SEO-Agentur rund CHF 1’500, zusammen etwa CHF 18’000. Vereinbart waren unter anderem Blogartikel, Landingpages und Infografiken. Nach einem Jahr gab es davon nichts. Die Agentur hatte einige bestehende Kategorietexte leicht überarbeitet, mehr nicht.
Und das war nicht einmal der grössere Fehler. Die Agentur hatte nie verstanden, wer bei FreshMeal kauft. Sie richtete die Website auf «Mealprep» aus. Mit diesem Wort suchen Leute, die ihre Mahlzeiten für die Woche selbst vorkochen wollen. FreshMeals Kunden wollen genau das nicht: Sie wollen gesund essen, ohne selbst zu kochen. Selbst wenn jeden Monat ein Artikel erschienen wäre, hätte er Hobbyköche angezogen und keine Käufer.
Die kurze Antwort: Bringt deine SEO-Agentur nichts, prüfe zwei Dinge getrennt. Wird nachweisbar gearbeitet? Das zeigt dir eine Liste der neuen und geänderten Seiten mit Adresse und Datum, die du selbst öffnest. Und kennt deine Agentur deine Kunden? Das zeigt sich, sobald sie dir sagen soll, wer bei dir kauft und mit welchen Worten diese Leute bei Google suchen. Bei FreshMeal fiel beides durch. Für beide Prüfungen brauchst du kein SEO-Wissen, nur deinen Browser und deine Search Console.
Was FreshMeal für CHF 18’000 bekam
Der Geschäftsführer holte mich nach diesem Jahr als unabhängige Zweitmeinung dazu. Er wollte wissen, warum seine Website bei «gesunde Fertiggerichte» nicht einmal weit hinten in den Google-Ergebnissen auftauchte, obwohl er seit zwölf Monaten eine SEO-Agentur bezahlte. Vereinbarung und tatsächliche Lieferung sahen so aus:
| Vereinbart | Nach einem Jahr |
|---|---|
| Blogartikel | keiner |
| Landingpages | keine |
| Infografiken | keine |
| regelmässige Berichte | keine |
| mehr Sichtbarkeit und neue Kunden über Google | Klicks fast nur über Suchen nach dem Firmen- und dem Produktnamen |
Die letzte Zeile wiegt am schwersten. Wer den Firmennamen eintippt, kennt FreshMeal bereits. Solche Klicks zeigen keine neuen Kunden. Wer dagegen einen Lieferdienst für gesunde Mahlzeiten suchte und FreshMeal noch nicht kannte, fand die Website kaum.
Hat dir deine Agentur auch schon erklärt, dass SEO eben Zeit braucht? Für die Wirkung stimmt das: Bis Google eine neue Seite bei einer Suchanfrage weit oben zeigt, können Monate vergehen. Für die Arbeit selbst stimmt es nicht. Eine neue oder überarbeitete Seite kannst du am Tag ihrer Veröffentlichung aufrufen. Bei FreshMeal hätte ein Blick auf die Website schon im ersten Monat gezeigt, dass die vereinbarten Inhalte ausbleiben, und nicht erst nach CHF 18’000.
Der grössere Fehler: Die Agentur kannte die Kunden nicht
Im Videocall teilte ich meinen Bildschirm, öffnete die Website von FreshMeal, drückte Strg + F und tippte «gesunde Fertiggerichte». Der Browser meldete: 0 von 0. Der Begriff, mit dem FreshMeals Kunden suchen, stand weder in einer Überschrift noch in einer Produktbeschreibung. Die Agentur hatte die Website stattdessen auf «Mealprep» ausgerichtet, und auch die geplanten Inhalte drehten sich darum.
Wer kauft bei FreshMeal? Menschen, die gesund essen wollen, aber am Abend weder Zeit noch Lust haben, selbst zu kochen. Sie bestellen fertige Menüs im oberen Preissegment und lassen sie nach Hause liefern. Wer «Mealprep» eingibt, sucht das Gegenteil: Er will seine Mahlzeiten für die Woche selbst vorkochen und braucht dafür Rezepte.
Das zeigt Google selbst. Am 7. Oktober 2026 standen auf google.ch bei «mealprep» alle acht organischen Treffer mit Rezepten oder Anleitungen zum Vorkochen, darunter Betty Bossi, Fooby und Swissmilk. Dazwischen blendet Google einen eigenen Block «Rezepte» ein. Unter «Weitere Fragen» stehen «Was genau ist Meal Prep?» und «Was brauche ich für einen 5-Tage-Meal Prep?».
Bei «gesunde Fertiggerichte bestellen» waren es am selben Tag neun von zehn Treffern Shops und Lieferdienste für fertige Mahlzeiten. Dort sucht FreshMeals Kunde.
Und die Suchzahlen? Im Google Keyword Planner liegen «mealprep» und «gesunde fertiggerichte» in der Schweiz beide bei 100 bis 1’000 Suchen pro Monat. Die genaueren Werte aus der Planner-Schnittstelle sind rund 720 und 210, «Mealprep» wird also etwa dreimal so oft gesucht. Auf dem Papier sieht der Begriff der Agentur damit besser aus. Ganz oben in den Ideen stehen aber «meal prep rezepte» und «meal prep rezeptbuch» mit 1’000 bis 10’000 Suchen, und Google fasst das Umfeld in der Seitenleiste «Keywords optimieren» unter «Essen: gesunde rezepte, einfache rezepte» zusammen.
Hier lag der eigentliche Fehler. Die Agentur hat einen Suchbegriff gewählt, bevor sie geklärt hatte, wer bei FreshMeal kauft, warum er kauft und mit welchen Worten er sucht. Ohne diese drei Antworten wirkt eine Keyword-Liste mit Suchzahlen professionell und ist trotzdem geraten. SEO beginnt deshalb nicht im Keyword-Tool, sondern bei den Kunden: bei dem, was sie erledigt haben wollen, und bei den Worten, mit denen sie danach suchen.
Das Wort selbst ist nicht das Problem. Gibst du «meal prep bestellen» ein, zeigt Google fast nur Lieferdienste für fertige Mahlzeiten. Entscheidend ist die Absicht hinter der genauen Suchanfrage, und die liest du an den Ergebnissen ab. Für eine Kochplattform oder einen Shop für Meal-Prep-Boxen wäre «Mealprep» ein passender Begriff. Für FreshMeal war es ein Begriff für die Konkurrenz am eigenen Herd.
So prüfst du deine Agentur in fünf Schritten
Viele Agenturen arbeiten sauber und begründen, auf welche Suchbegriffe sie zielen. Die folgenden Schritte zeigen dir, ob deine dazugehört. Bei jedem Schritt steht, was er bei FreshMeal gezeigt hätte.
1. Lass dir die geänderten Seiten mit Adresse und Datum nennen
Frag deine Agentur schriftlich, welche Seiten sie in den letzten drei Monaten neu erstellt oder geändert hat, jeweils mit Adresse, Datum und der Änderung in einem Satz. Öffne danach jede genannte Adresse selbst. Ein Bericht mit Kurven zu Sichtbarkeit und Platzierungen ersetzt diese Liste nicht, weil er nicht zeigt, was an deiner Website gemacht wurde. Google empfiehlt in seiner Anleitung zur Auswahl eines SEO-Experten, schon vor der Beauftragung zu fragen, ob der Anbieter dich über alle Änderungen an deiner Website informiert und seine Empfehlungen begründet.
Bei FreshMeal: Die Liste hätte nach zwölf Monaten einige leicht überarbeitete Kategorietexte enthalten. Keinen Artikel und keine Landingpage.
2. Frag deine Agentur, wer bei dir kauft
Bitte deine Agentur, in wenigen Sätzen zu beschreiben, wer bei dir kauft, was diese Leute mit deiner Leistung erledigt haben wollen und mit welchen Worten sie bei Google danach suchen. Vergleiche die Antwort mit dem, was du aus deinen Kundengesprächen und Anfragen kennst. Beschreibt sie jemand anderen als deine Kunden oder kann sie die Frage nicht beantworten, sind ihre Suchbegriffe geraten.
Notiere danach selbst, wie deine Käufer suchen. Das ist selten dein Fachbegriff, sondern meist die Leistung zusammen mit einem Wort wie «bestellen», «lassen», «Offerte» oder «Kosten». Google beschreibt in seinem Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung, dass Menschen mit viel Fachwissen anders suchen als solche, die ein Thema noch nicht kennen.
Bei FreshMeal: Käufer sind Menschen, die gesund essen wollen, ohne selbst zu kochen. Ihr Suchbegriff lautet «gesunde Fertiggerichte bestellen». Die Agentur setzte auf «Mealprep».
3. Gib beide Begriffe bei Google ein und lies die ersten zehn Treffer
Zeigt Google vor allem Rezepte, Anleitungen und Ratgeber, wollen die Suchenden etwas selbst erledigen oder verstehen. Zeigt Google Anbieter, Shops, Preisseiten und Vergleiche, suchen sie jemanden, der es für sie erledigt. Fachleute nennen das die Suchintention. Passt die Art der Treffer zu dem, was du verkaufst? Standort und angemeldetes Google-Konto können die Reihenfolge verändern; für diese Prüfung zählt die Art der Treffer. Wie du danach eine bestimmte Leistungsseite auf die gefundene Suchanfrage ausrichtest, zeigt der Beitrag Google-Ranking verbessern.
Bei FreshMeal: «Mealprep» brachte 8 von 8 Treffern mit Rezepten oder Anleitungen, «gesunde Fertiggerichte bestellen» 9 von 10 Treffern von Shops und Lieferdiensten.
4. Prüfe, ob deine Seite die Worte deiner Käufer enthält
Öffne die Seite, auf der du diese Leistung verkaufst, drücke Strg + F (am Mac cmd + F) und tippe deinen Käuferbegriff ein. Die Tastenkombination durchsucht nur die geöffnete Seite. Für die ganze Website gibst du bei Google site:deinedomain.ch "dein Begriff" ein, mit deiner Adresse und dem Begriff in Anführungszeichen.
Null Treffer heisst nicht automatisch, dass Google dich bei dieser Suche nie zeigt; Google versteht auch andere Formulierungen mit derselben Bedeutung. Es heisst aber, dass keine deiner Seiten das Anliegen dieser Käufer in ihren Worten aufgreift. Dann fehlt dir die Seite, die genau diese Suchanfrage beantwortet.
Bei FreshMeal: 0 von 0.
5. Trenne in der Search Console deinen Namen von allen anderen Suchen
Öffne in der Google Search Console den Bericht «Leistung». Klicke auf «+ Filter hinzufügen», wähle «Suchanfrage», stelle auf «Suchanfragen ohne» um und gib deinen Firmennamen ein. Nimm dabei den Teil des Namens, den alle Schreibweisen gemeinsam haben, und bestätige mit «Anwenden».
Danach bleiben nur die Suchanfragen von Leuten, die deinen Namen nicht eingetippt haben. Erst diese Klicks zeigen, ob dich über Google neue Kunden finden. Wie du die einzelnen Zeilen liest, steht im Beitrag Website wird bei Google nicht gefunden. Hat nur deine Agentur Zugang zur Search Console, ist das selbst ein Befund; die Antwort dazu steht unten in den häufigen Fragen.
Bei FreshMeal: Fast alle Klicks kamen über den Firmen- und den Produktnamen.
Was du mit dem Ergebnis machst
- Keine Liste oder keine geänderten Seiten: Die vereinbarte Arbeit fehlt. Fordere die fehlenden Arbeiten schriftlich mit Datum an und leg Vereinbarung und Lieferung nebeneinander.
- Die Agentur kann deine Käufer nicht beschreiben: Ihr fehlt das Zielgruppenverständnis. Kläre mit ihr zuerst, wer bei dir kauft und wie diese Leute suchen, bevor sie weitere Seiten schreibt.
- Geänderte Seiten, aber Google zeigt zu ihren Suchbegriffen Anleitungen statt Anbieter: Es wird am falschen Ziel gearbeitet. Verlange für jede wichtige Leistung eine Seite, die auf den Suchbegriff deiner Käufer ausgerichtet ist.
- Passende Seiten und Suchbegriffe, aber noch kaum Klicks ohne deinen Namen: Die Arbeit ist da, die Wirkung braucht Zeit. Prüfe jeden Monat die Liste der Änderungen und die Suchanfragen ohne deinen Namen.
Willst du aus dem Vertrag aussteigen, kläre zuerst Laufzeit, Frist und Form. Wie das in der Schweiz und in Deutschland geht und welche Konten und Daten du vor einem Wechsel sicherst, steht im Beitrag SEO-Agentur: Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist.
SEO-Arbeit, die bei deinen Kunden beginnt
Bei FreshMeal fehlten zwei Dinge: Arbeit, die man sehen konnte, und das Wissen, wer kauft. An beidem setze ich an, damit du nicht erst nach einem Jahr merkst, dass etwas fehlt.
Bevor ich einen Suchbegriff auswähle, erklärst du mir deine Leistungen und wer sie bei dir kauft: welche Kunden anfragen, was sie vorher wissen wollen und wie sie ihr Anliegen beschreiben. Danach suche ich die Begriffe, mit denen genau diese Leute suchen, und gebe jeden bei Google ein. Zeigt Google Rezepte oder Anleitungen statt Anbieter, schreibe ich dafür keine Verkaufsseite. So arbeite ich bei SEO-Start für CHF 1’900 Festpreis: Ich recherchiere die Suchfragen zu bis zu drei deiner Leistungen und überarbeite die zugehörigen Seiten oder lege sie im bestehenden Layout neu an. Du musst dafür keine Suchbegriffe kennen und prüfst die Entwürfe fachlich, bevor sie online gehen. Die zweite Hälfte des Festpreises zahlst du erst nach deiner Abnahme.
Soll danach jeden Monat weitergearbeitet werden, entstehen in der SEO-Betreuung jeden Monat 5 neue Inhalte zu den Fragen deiner Kunden, und du bekommst einen Monatsbericht mit den umgesetzten Arbeiten. Du klickst jede neue oder bearbeitete Seite an und siehst, wofür du bezahlt hast. Reicht dir das nicht, kündigst du per E-Mail bis Ende Monat; die Betreuung endet dann auf Ende des Folgemonats. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Zugesichert sind die Arbeiten, keine Platzierungen und keine Anfragen.
Schick mir über das Kontaktformular die Adresse deiner Website und die Leistungen, für die du Aufträge gewinnen willst. Hast du die fünf Schritte schon gemacht, schreib den Suchbegriff deiner Agentur und dein Ergebnis dazu. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir es und klären, ob SEO-Start oder die SEO-Betreuung passt.